Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen

Die EU ist mit über 160 Millionen Tonnen der mit Abstand größte Milchproduzent weltweit. In den letzten beiden Jahren wurde die Produktion um sieben Prozent oder 10 Millionen Tonnen jährlich gesteigert. Massive Preissenkungen zulasten der Erzeuger sind die Folge. Dieser Preisverfall geht auch auf das Auslaufen der Milchquote vor gut einem Jahr zurück. Die strukturellen Folgen der Milchmarktkrise für die Landwirtschaft und die Umweltfolgen für die Gesellschaft werden gravierend sein. Gegenmaßnahmen könnten beispielsweise ein tatsächlich wirksames Soforthilfeprogramm für betroffene Bäuerinnen und Bauern sowie der Aufbau von Kleinmolkereien für die direkte und regionale Vermarktung sein.

Seit Beginn des Jahres 2014 hat sich der Weltmarktpreis für Milchprodukte nahezu halbiert. Aktuell liegt der Preis pro Liter Milch teilweise nur bei 15 Cent – etwa 40 Cent wären kostendeckend. Die Leidtragenden dieser Preispolitik sind die Milcherzeuger – große, aber auch kleine und mittlere. Im Jahr 2015 gaben allein in NRW 223 Milchkuhhalter ihre Betriebe auf. Um sich ein eigenes Bild von der schwierigen Lage zu machen und sich mit den Betroffenen auszutauschen, haben die Abgeordneten der GRÜNEN Landtagsfraktion heute Milchviehbetriebe in ganz NRW besucht. Birgit Beisheim war zu Besuch bei Bauer Holsteg und seiner Tochter in Hamminkeln.

Der technische Fortschritt hat auch längst in der Viehzucht Einzug erhalten. Wir konnten uns eine moderne Melkanlage ansehen, in die der Bauer erst vor wenigen Monten investiert hat. Die digitale Anlage verbessert die Arbeitsbedingungen für den Menschen und macht auch die Haltungsbedingungen für die Tiere angenehmer. Investitionen wie diese müssen sich aber lohnen und dazu braucht es zuverlässige Rahmenbedingungen. Doch die überregulierte Landwirtschaft und die Freigabe von Milchmengen passen nicht immer zusammen.

Hier finden Sie zwei Presseartikel über meinen Besuch bei den Milchbauern:

Rheinische Post, 25.05.2016: „Grüne treten mit Milchbauern in Dialog“

NRZ, 25.05.2016: „Nicht am Markt vorbei produzieren“

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld