Das Stahlwerk der Zukunft ist emissionsfrei

Am Montag den 27. Juni wird das Verbundprojekt „Carbon2Chem“ von thyssenkrupp und dem Bundesministerium für Forschung und Bildung im Landschaftspark eröffnet.

Die energieintensiven Industrien, die wir auch hier in Duisburg vorfinden, stehen vor einem gravierenden Umbruch auf dem Weg hin zu klimafreundlichen Produktionsverfahren. Das Forschungsprojekt Charbon2Chem des Weltkonzerns thyssenkrupp, entwickelt die Möglichkeit zur Aufbereitung und Nutzung von Hüttengas-Emissionen. Kern der Untersuchungen ist es, die Emissionen, die bei der bisherigen Stahlproduktion als Abfallprodukt in die Umwelt abgegeben wurden, als Rohstoffe industriell wieder zu verwerten. Durch moderne Filteranlagen werden die Bestandteile dieser Gase, wie beispielsweise Polymere, Alkohole oder Kohlenstoff, für die chemische Industrie aufbereitet und so dem industriellen Kreislauf wieder zugeführt.

Der Klimaschutz und die beschleunigte Energiewende sind treibende Kräfte für die Unternehmen, die eigene Produktion nachhaltig aufzustellen. Viele Unternehmen wissen aber auch, dass sie auch nur dann ökonomisch erfolgreich bleiben können, wenn sie den ökologischen Wandel als Treiber ihrer Innovationen und damit als Wettbewerbsvorteil begreifen und nachhaltige und innovative Produktionsmechanismen etablieren. Wir GRÜNE begrüßen es außerordentlich, dass Industrieverbünde geschaffen werden, um gemeinsam aktiven Klimaschutz auch in der Schwerindustrie zu betreiben. Mich persönlich freut es als Duisburgerin aber ebenso, dass dieses Forschungszentrum in meiner Heimatstadt errichtet werden wird.

Die von der grünen Landtagsfraktion geführte Enquete-Kommission zur Zukunft des Chemiestandorts im Landtag von Nordrhein-Westfalen, in der auch ich mitgearbeitet habe, beschäftigte sich ebenfalls mit Verfahren der industriellen Kreislaufwirtschaft. Auf dem Weg in das Zeitalter der nachhaltigen Produktion, dürfen die kleinen und mittelständischen Unternehmen jedoch nicht auf der Strecke bleiben, die anders als ein Weltkonzern wie thyssenkrupp, nicht die Liquidität für derart große Forschungsvorhaben besitzen. Hier ist es die Aufgabe von Politik und lokaler Wirtschaftsförderung, Unterstützungen anzubieten und einen Innovations- und Wissenstransfer zu garantieren.

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